Die Velumount®-Methode gegen Schnarchen und Schlafapnoe-Symptome

Der Autor der Studie: Barbara Lea Beck.

Universitätsspital Zürich, Klinik und Poliklinik für Ohren-, Nasen-, Hals- und Gesichtschirurgie Direktor: Prof. Dr. med. R. Probst

Die Ergebnisse der Forschung über "Die Velumount®-Methode gegen Schnarchen und Schlafapnoe-Symptome" durch Barbara Lea Beck (Beck BL (2012) Die Velumount®-Methode gegen Schnarchen und Schlafapnoe-Symptome. Inaugural-Dissertation zur Erlangung der Doktorwürde der Medizinischen Fakultät der Universität Zürich, Universitätsspital Zürich, Klinik und Poliklinik für Ohren-, Nasen-, Hals- und Gesichtschirurgie.) geführt.

Die Velumount®-Methode gegen Schnarchen und Schlafapnoe-Symptome

Schnarchen ist weit verbreitet und gehört zum Spektrum der schlafbezogenen Atemstörungen mit Obstruktion, welches vom habituellen Schnarchen bis zum Obstruktiven Schlafapnoe Syndrom reicht.


Einleitung

Schnarchen ist weit verbreitet[1][2][3][4] und gehört zum Spektrum der schlafbezogenen Atemstörungen mit Obstruktion, welches vom habituellen Schnarchen bis zum Obstruktiven Schlafapnoe Syndrom reicht[1][3][5][6]. Es kann die eigene Schlafqualität und insbesondere auch jene der Bettpartner empfindlich stören[7][8]. Seit 2005 stellt die durch A. Wyss entwickelte Velumount®-Methode eine mögliche Therapie zur Behandlung von habituellem Schnarchen und Schlafapnoe-Symptomen dar.
Sie verhindert den Kollaps der oberen Atemwege durch deren mechanische Schienung. Die Velumount®-Gaumenspange wird nachts getragen und aus zertifiziertem Medizinalmaterial individuell angepasst. Es handelt sich dabei um eine flexible Konstruktion, die bei guter Passform weder das Sprechen noch das Trinken verhindert. Die Anwendung erfordert eine gewisse Eingewöhnungszeit, die je nach Patient unterschiedlich lange dauert und in erster Linie durch das Ausmass des Würgereizes bestimmt wird.

In der vorliegenden Arbeit interessierten in erster Linie die Anwender- bzw. Traghäufigkeit. Zudem wurde nach Faktoren gesucht, die diese beeinflussen und geprüft, ob die Methode subjektiv gegen das Schnarchen hilft, nachdem 2009 bereits eine objektive Wirkung gezeigt werden konnte[9].

Methoden

In dieser Studie handelt es sich um eine prospektive Erfassung von subjektiven Angaben einer Patienten-Kohorte, die in der deutschen Schweiz mit der Velumount®-Gaumenspange versorgt wurde. Die Akquirierung von Studienteilnehmern erfolgte im Mai und Juni 2009 mit der schriftlichen Beantwortung des ersten Erhebungsbogens während der Anpassung. Drei Monate später erfolgte eine telefonische Befragung derselben Patienten. Bei allfälliger Nachbetreuung in der Zwischenzeit erfolgte eine weitere schriftliche Befragung zu diesem Zeitpunkt. Die Erhebungsbogen wurden allesamt durch die Autoren entwickelt. Die Datenerhebung dauerte bis September 2009 und führte zu einem kompletten Datensatz von 102 Patienten. Dieser wurde zur Auswertung in Excel-Tabellen eingegeben und mittels Korrelationen, Regressionen, Rangtests und Bestimmung von Konfidenzintervallen statistisch ausgewertet.

Resultate

Drei Monate nach der Anpassung konnte für 69% der Studienteilnehmer eine regelmässige Anwendung (Traghäufigkeit von mindestens 25%) ermittelt werden. 54% aller Patienten gaben eine Traghäufigkeit von mindestens 75% an. Als Faktoren mit Einfluss auf die Traghäufigkeit konnten der Würgereiz (ρ = 0.02 bei der Anpassung, ρ = 0.00 in den ersten Tagen nach der Anpassung), der Tragkomfort (ρ = 0.00) und das Geschlecht (ρ = 0.01) eruiert werden, letzterer nicht als unabhängiger Faktor, sondern bedingt durch signifikant unterschiedliche Ausprägung des Würgereizes zwischen den Geschlechtern (ρ = 0.00 bei der Anpassung). Sowohl der Leidensdruck der Partnerin/des Partners (ρ = 0.34) als auch die subjektive Wirksamkeit der Velumount®-Methode gegen das Schnarchen (ρ = 0.31) zeigten keinen signifikanten Zusammenhang mit der Traghäufigkeit. Anhand der vorliegenden Daten ergaben sich signifikant höhere Werte für die Ausprägung des Würgereizes bei Nicht-Rauchern als bei Rauchern (ρ = 0.01). Die subjektive Wirksamkeit der Velumount®-Methode wurde mit einem Mittelwert von 79 (SD ± 21, SE ± 2) von möglichen 100 angegeben. Durchschnittlich würden die befragten Patienten (also Träger und Nicht-Träger) die Velumount®-Methode zu 83% weiterempfehlen (SD ± 22, SE ± 3).

Schlussfolgerung

Die Velumount®-Methode zeigt mit einer regelmässigen Anwendung drei Monate nach der Anpassung bei 69% der Patienten eine gute Therapie-Adhärenz und eine hohe subjektive Wirksamkeit gegen das Schnarchen. Sie verhindert durch mechanische Schienung den Kollaps bzw. die Obstruktion der oberen Atemwege. Vorteile zeigen sich insbesondere durch relativ geringe Kosten und die Portabilität der Gaumenspange. Einschränkungen können sich vor allem durch den Würgereiz ergeben, der eine sehr individuelle Ausprägung zeigt und die Anwendung einschränken bis gänzlich verhindern kann. In jedem Falle ist mit einer Eingewöhnungsphase zu rechnen, welche sich jedoch, wie der Würgereiz, in sehr unterschiedlich langer Dauer zeigen kann. Voraussetzung für einen guten Tragkomfort und eine effiziente Wirksamkeit ist eine optimale Passform, die nur durch individuelle Anpassung und optimalerweise durch eine Nachbetreuung nach der Eingewöhnungsphase zu erreichen ist.


Zusammensetzung der Tabletten gegen Schnarchen


Literaturangaben

  1. Stål PS, Lindman R, Johansson B. Capillary supply of the soft palate muscles is reduced in long-term habitual snorers. Respiration 2009; 77(3):303-10.
  2. Young T, Palta M, Dempsey J, Skatrud J, Weber S, Badr S. The occurrence of sleep-disordered breathing among middle-aged adults. New England Journal of Medicine 1993; 328(17):1230-5.
  3. Ayappa I, Rapoport DM. The upper airway in sleep: physiology of the pharynx. Sleep Medicine Reviews 2003; 7(1):9-33.
  4. Beck R, Odeh M, Oliven A, Gavriely N. The acoustic properties of snores. European Respiratory Journal 1995; 8(12):2120-8.
  5. Counter P, Wilson JA. The management of simple snoring. Sleep Medicine Reviews 2004; 8(6):433-41.
  6. Johnston CD, Gleadhill IC, Cinnamond MJ, Peden WM. Oral appliances for the management of severe snoring: a randomized controlled trial. European Journal of Orthodontics 2001; 23(2):127-34.
  7. Pevernagie D, Aarts RM, De Meyer M. The acoustics of snoring. Sleep Medicine Reviews 2010; 14(2):131-44.
  8. Scott S, Ah-See K, Richardson H, Wilson JA. A comparison of physician and patient perception of the problems of habitual snoring. Clinical Otolaryngology and Allied Sciences 2003; 28(1):18-21.
  9. Tschopp K, Thomaser EG, Staub C. Therapy of snoring and obstructive sleep apnea using the Velumount palatal device. ORL 2009; 71(3):148-52.
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